FC Langenegg - 1. Mannschaft 5:3 (2:0)
Landesliga, 19.Spieltag, 08.05.10
Aufstellung: Rene Morscher; Martin Bilgeri, Gebhard Gmeiner, Michael Türtscher (65. Daniel Wiesflecker), Manuel Endres; Alexander Gmeiner, Goran Milovanovic, Christoph Sohm, Klaus Sohm; Stefan Betsch, Hakan Karakas (69. Serkan Toy)
Acht Tore in einem Wälderderby, was soll man dazu sagen? Logisch, es war für die Zuschauer ein attraktives Spiel mit vielen Strafraumszenen, für die beiden Mannschaften ein Auf und Ab der Gefühle, ein Hin und Her zwischen Freude und Frustration, zwischen Hoffnung und Ernüchterung, zwischen Jubel und Katzenjammer.
Bevor an diesem sonnigen Nachmittag in Langenegg das erste Tor fiel, waren schon drei gefährliche Torszenen zu sehen gewesen. René Morscher, einer der besten Alberschwender in diesem Spiel, hatte sich schon zweimal ausgezeichnet, eine Großchance der Gäste konnte nicht verwertet werden.
In der 23. Minute war es dann soweit. Patrick Maldoner, Langeneggs Nummer 8, gerade einmal 16 Jahre jung aber mit einer ausgezeichneten Schusstechnik ausgestattet, zimmerte den Ball nach einem Freistoß aus etwa 18 Metern über die Alberschwender Mauer hinweg in die Kreuzecke.
Die Antwort des FC Sohm Alberschwende fiel zaghaft aus. Eine Handvoll ungefährlicher Weitschüsse war das einzige Resultat der Bemühungen. Insgesamt wirkte die Mannschaft des FC Langenegg dynamischer, flinker und bissiger in den Zweikämpfen. Das führte zwangsläufig auch zu den besseren Torchancen, so in der 28. Minute nach einem Kopfball von Ex-Bundesliga-Brasilianer Reinaldo Ribeiro oder in der 31. Minute, als es wieder Ribeiro war, der nach einem schönen Spielzug der Hausherren einen abgefälschten Torschuss abgab, den René Morscher zur Ecke klären konnte.
Dann die beste Phase der Alberschwender in Halbzeit eins. Richtig gefährlich wurde es aber nur nach Standardsituationen, etwa durch einen Kopfball von Goran Milovanovic nach einem Eckball (33.) oder durch ein Beinahe-Eigentor per Kopf nach einem Freistoß von Stefan Betsch, als der Ball an den Pfosten knallte (36.).
Die Mannschaft des FC Langenegg bestach andererseits durch ein sehenswertes Zusammenspiel, aus dem sich immer wieder gefährliche Aktionen ergaben. In der 45. Minute verarbeitete Klaus Schwärzler einen langen Ball ideal, umspielte zwei Alberschwender Verteidiger und schoss zum 2:0 ein. Mit diesem Dämpfer kurz vor der Halbzeitpause ging es in die Kabinen.
Ähnlich das Bild nach der Rückkehr der Spieler auf den Platz. Die Langenegger wirkten dynamischer, die Alberschwender wurden durch Standards gefährlich. In der 54. Minute landete ein gut in Richtung Tor getretener Eckball von Stefan Betsch auf dem Kopf von Alexander Gmeiner, der auf 2:1 verkürzen konnte.
Die Hoffnungen auf den Ausgleich, die in dieser Phase kurz aufkamen, bekamen in Minute 62 und 63 einen argen Dämpfer. Zunächst gelang es der Alberschwender Hintermannschaft nicht, den Ball zu klären, und so zog erneut Patrick Maldoner trocken ab und stellte auf 3:1. Im nächsten Spielzug spielte der junge Patrick Maldoner wieder eine entscheidende Rolle, als er nach einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld Reinaldo Ribeiro ideal bediente, der allein vor René Morscher routiniert den Ball zum 4:1 über den Alberschwender Torhüter hinweg in die Maschen beförderte.
Damit war die Partie gelaufen, hätte man denken können, doch dem war nicht so. Denn nach einer relativ ungefährlich aussehenden Situation in der 68. Minute wurde Christoph Sohm von einem Langenegger Verteidiger angeschossen, sodass der Ball unhaltbar ins Tor ging und es nur noch 4:2 hieß.
Und fünf Minuten später konnte man schon ahnen, dass es gefährlich werden könnte, als Schiedsrichter Mario Strudl einen Freistoß für Alberschwende nicht weit von der Strafraumgrenze entfernt pfiff. Stefan Betsch trat an und hämmerte das Spielgerät genau ins Kreuzeck, womit der Anschluss wieder geschafft war.
Die erneuten Hoffnungen auf einen Ausgleich wurden in der 77. Minute geschmälert, als Alexander Gmeiner nach einem eher harmlos aussehenden Foul die gelb-rote Karte gezeigt bekam. Das war doppelt bitte, denn Alexander Gmeiner war bis dahin einer der besten im Alberschwender Trikot und hatte auch als einer der wenigen eine kämpferisch einwandfreie Leistung geboten.
Damit war allerdings auch eine Schlussphase eingeläutet worden, in der wieder die Hausherren gefährlicher waren, zum Teil natürlich auch dadurch begründet, dass die Alberschwender trotz numerischer Unterlegenheit etwas offensiver agierten, um eventuell doch noch einen Punkt aus dem Vorderwald zu entführen. In der 82. Minute schoss Reinaldo Ribeiro knapp am langen Eck vorbei, in der 86. Minute konnte ein Kopfball nach einer Ecke nur mit Mühe geklärt werden.
Den Schlusspunkt in diesem Spiel bildete so nicht der Ausgleich für die Gäste, sondern im Gegenteil der fünfte Treffer für den FC Langenegg. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung und etwas zu zaghaftem Zweikampfverhalten im Mittelfeld schloss Dietmar Meusburger einen Konter in Überzahl für die Hausherren erfolgreich ab.
Damit ist das Thema „Aufstieg“ für den FC Sohm Alberschwende einmal eine Weile lang ad Acta gelegt. Jetzt sollte es darum gehen, sich zu konsolidieren und über den Kampf wieder zu guten und letztlich auch erfolgreichen Spielen zu finden.