1. Mannschaft - SV Lochau 2:0 (1:0)
Landesliga, 26.Runde, 19.06.10
Aufstellung: René Morscher; Martin Bilgeri, Gebhard Gmeiner, Daniel Wiesflecker, Manuel Endres; Jan Gmeiner, Christoph Sohm, Alexander Gmeiner (53. Goran Milovanovic), Klaus Sohm; Stefan Betsch, Goran Djurasic (90. Mathias Ilmer)
Schier endlose Regenfälle im Vorfeld des letzten Spiels in der Saison 2009/10 ließen die Partie zwischen dem FC Sohm Alberschwende und dem SV Lochau zu einem wahren Wasserballduell werden. Für Spannung war gesorgt, denn im Falle eines Sieges der Alberschwender bei einem gleichzeitigen Punkteverlust des FC Nenzing gegen den FC Schruns wäre der Aufstieg in die Vorarlbergliga perfekt gewesen.
Nach einem ersten Schussversuch von Christoph Sohm, den der Lochauer Torhüter Lukas Holzner etwas unorthodox abwehrte (4.) und einem ungefährlichen Torschuss von Tomislav Bacic auf der anderen Seite (9.) sahen die Zuschauer eine erste sehr flüssig vorgetragene Kombination der Hausherren. Der freigespielte Stefan Betsch legte ideal für Klaus Sohm auf, bei dem jegliche Nervosität wie weggespült schien, und der Alberschwender Kapitän schob routiniert zum 1:0 ein (11.). Zum ersten Mal schwappte die Begeisterung vom Spielfeld auf die Zuschauer über.
Es war keine von Höhepunkten überreich sprudelnde Partie, und so gab es in den nächsten zehn Minuten nur Weitschüsse von Tomislav Bacic (15.) und Manuel Endres (21.) zu sehen. Dann wurde Stefan Betsch dreimal zu einer Quelle für Gefahr vor dem Lochauer Tor, das erste Mal mit einem direkten Eckball, der an die Torumrandung klatschte (25.), das zweite Mal mit einem Kopfball nach einer weiten Flanke von Martin Bilgeri (29.) und das dritte Mal, als er sich den Ball für einen guten Abschluss etwas zu weit vorlegte (32.).
Ein Meer an Chancen gab es auch danach nicht. Ein erneut harmloser Versuch durch Marco Marinkovic für den SV Lochau (38.), ein Weitschuss von Martin Bilgeri (39.) und ein Freistoß aus sehr aussichtsreicher Position für den SV Lochau, der in die Mauer ging, mitsamt dem folgenden Nachschuss, der über das Tor hinweg rauschte (41.), waren die gesamte Ausbeute an Strafraumszenen vor dem Pausenpfiff.
Die Hausherren kamen etwas spritziger aus den Kabinen und hatten gleich die ersten Möglichkeiten durch Klaus Sohm (49.), durch den etwas zu steil angespielten Stefan Betsch (50.) und nach schöner Vorbereitung von Goran Djurasic durch Jan Gmeiner, der den Ball über die Kreuzecke zirkelte (51.). Der Spielfluss riss auch in der Folge nicht ab, und Stefan Betsch zielte mit strammen Schüssen einmal am linken und einmal am rechten Kreuzeck nur knapp vorbei (55., 61.). Langsam tröpfelten die Ergebnisse aus Nenzing herein, wo es zu diesem Zeitpunkt unentschieden stand, was in der Blitztabelle den Aufstieg des FC Sohm Alberschwende bedeutet hätte.
Trotzdem verflachte das Spiel auf dem regendurchtränkten Alberschwender Rasen dann etwas, und es plätscherte einige Zeit dahin, bis Daniel Wiesflecker im eigenen Strafraum den Ball an die Hand bekam (71.). Auch wenn die Hand nicht am Körper angelegt war, entschied Schiedsrichter Daniel Bodè auf unabsichtliches Handspiel und damit nicht auf Elfmeter.
Während in dieser Phase in Alberschwende kein Tor fiel, auch nicht, als Goran Djurasic wieder einmal seine Gegenspieler nass machte und nur wenige Meter seitlich vor dem Lochauer Tor zum Abschluss kam (74.), war zumindest auf den Zuschauerrängen klar, dass es mit dem Aufstieg wohl nichts mehr werden wird, denn in Nenzing stand es nach einigen schnell hintereinander gefallenen Toren 4:2 für die Hausherren, womit die Walgauer nach einer fulminanten Frühjahrssaison, zu der man ihnen nur gratulieren kann, den verdienten Aufstieg fixierten.
René Morscher im Alberschwender Tor bekam auch noch eine Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen (86.), wehrte den Ball in dieser Szene trotz des nassen Rasens aber problemlos ab. Den Schlusspunkt setzte Jan Gmeiner in der 87. Minute. Stefan Betsch, zuvor mehrmals durch Abseitsentscheidungen zurückgepfiffen, lief allein auf das Lochauer Tor zu, spielte im entscheidenden Moment uneigennützig auf den mitlaufenden Jan Gmeiner, der sein erstes Saisontor erzielte und danach wahrlich in ein Wasser des Glücks eintauchte.
Nach dem Schlusspfiff machten trotz des Sieges, trotz der fünf Siege in den letzten fünf Spielen, trotz der 52 Punkte in der ganzen Saison manche Spieler ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. Verständlich einerseits, denn es hatte tatsächlich drei Tage lang geregnet, aber auch verständlich andererseits, denn den Aufstieg so knapp zu verpassen, tut im ersten Moment immer weh. Nichtsdestoweniger kann man stolz sein auf diese junge Mannschaft und hoffen, dass sie in der kommenden Saison mit dem gleichen Elan, mit der gleichen Freude, mit der gleichen Kameradschaft und mit dem gleichen Erfolg zu Werke gehen wird wie dieses Jahr.